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Dienstag, 1. Oktober 2013

Review: Is Tropical (Flex)



In weißen, sich überlappenden Lettern, die ein wenig an das Louis Vuitton Logo erinnern, steht "IST" auf den Flex-Fernsehern ganz hinten auf der Bühne. Unter einem massiven Intro schreiten die drei Jungs von Is Tropical, zwei mit Dosenbier, einer mit Drumsticks in den Händen, gemütlich zu ihren Plätzen. Mit 15 Minuten Verspätung startet das Mitternachtskonzert, sie sind also fast pünktlich. Nach einem kurzen Lob an das österreichische Bier und einem „Ever had one of these?“ ging es schon los mit einem förmlichen „Best Of“-Set ihrer zwei Alben. 

Faszinierend wie Bassist und Gitarrist nach fast jeder Nummer ein anderes Instrument in der Hand haben, untereinander tauschen und sowohl Synthesizer, als auch Gitarre, scheinbar gleichzeitig bedienen. Es fällt auf: Das ist alles von vorne bis hinten durchstrukturiert, Roadie unnötig. Mit „Leave The Party“, „Lover’s Cave“, „Cry“ und „Toulouse“ haben sie richtig aufgedreht und die Gassenhauer von Album Nummer 2: I’m Leaving zum Besten gegeben und bewiesen, warum sie so ein großer Geheimtipp sind und dass es um mehr als Hype geht. Für ihre Hitsingle „Dancing Anymore“ fischten sie noch zwei Mädchen aus dem Publikum, welche vorher fest versprechen mussten auch ja jede Textzeile zu wissen und schon setzte einer der schönsten Popsongs des Jahres, mit schön schiefen Höhen als Draufgabe, ein. Zuletzt zeigten Is Tropical noch schnell mit ihrer Elektrohymne „The Greeks“, warum die Anlage im Flex zu einer der besten Europas zählt. Druckvoll war der Sound schon vorher, aber mit diesem letzten Song bebte die Tanzfläche wie bei einem Erdbeben Stärke 7.


Samstag, 20. Juli 2013

Schmankerl: Ariel Pink featuring Jorge Elbrecht

Die neue Single "Hang On To Life" von Lo-Fi-Mogul Ariel Pink aus LA, die er gemeinsam mit dem New Yorker Jorge Elbrecht (Gitarrist der Band Violens) rausgebracht hat, lädt mit ihrem gemütlichen, zurückgelehnten, dahinplätschernden Sound zum Träumen ein. Sei es der prägnante Refrain oder doch der lockere Vibe der Instrumentalparts, Ariel Pink hat generell ein Gespür für Lieder die nach Sonne, Strand und Meer klingen. "Hang On To Life" erschien gemeinsam mit der B-Side "No Real Friend" beim Label Mexican Summer.








Sonntag, 23. Juni 2013

Review: Maximo Park (Donauinselfest 2013)

Nachdem man sich gestern durch die Menschenmassen gekämpft hat und wie der Hase bei Alice im Wunderland quer über die ganze Donauinsel geeilt ist, um auch ja nicht zu spät zu kommen wenn Maximo Park, Helden meiner Jugend, zum Tanz bitten. Für mich eine Live-Premiere mit etlichen Überraschungen.

Erste Nummer, großes Kino: "The National Health" eröffnet das Spektakel. Der druckvolle Sound klingt härter als erwartet und macht keine Kompromisse. Im weiteren Verlauf begeistert vor allem Sänger Paul Smith mit seiner herausragenden Performance. Er reißt die Arme in die Luft, vollführt Hampelmänner, wirbelt von einer Seite der Bühne zur anderen, springt vom Schlagzeug und will uns beweisen wie weit er die Beine im Sprung grätschen kann. Ähnlich einem Musicaldarsteller, der alle Rollen auf einmal spielen will, zerreißt es ihn fast vor Energie und das Ganze selbst bei ruhigen Nummern, mit einer Präsenz die ihresgleichen sucht.

Nachdem "The Coast Is Always Changing" als Hommage an Eddie Cochran inszeniert wurde und nach gezählten 18 "Dankeschööön!", setzte die Band nach gut eineinhalb Stunden zum großen Finale an. Bei "Apply Some Pressure" legen sich die fünf Herren nochmal so richtig ins Zeug. Das Publikum ist sich am Heimweg sicher: die will man unbedingt wiedersehen!