Mittwoch, 9. Oktober 2013

Radar: Bipolar Sunshine

Bipolar Sunshine, das Soloprojekt von Adio Marchant aus Manchester, der seine ersten musikalischen Schritte mit der HipHop-Gruppe Kid British unternahm, ist meine jüngste musikalische Obsession. Im November 2012 machte er sich selbstständig, um im Alleingang an seinem Sound zu feilen. Mittlerweile vereint er R'n'B, Indie und HipHop so spielerisch und epochal minimalistisch, dass man meinen könnte, stupider Pop würde ihn zu Tode langweilen. Am 17.6. kam seine erste EP Aesthetics mit drei Liedern auf den Markt. Zwischendurch war er am Melt!-Festival in Deutschland zu sehen und am iTunes-Festival in London.

Am 11.11. legt er mit einer zweiten EP, welche er Drowning Butterflies betitelt hat, nach. Diese überzeugt vor allem schon jetzt durch die Single "Love More, Worry Less", zu der es seit gestern Abend auch ein offizielles Musikvideo gibt. Im Moment tourt er gerade mit den Jungs von Bastille durch England.


Für Freunde von: Frank Ocean, Theophilus London, Bloc Party


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Man Must Dance!-Veranstaltungstipps im Oktober

Es gibt wieder einiges an Konzerten im Oktober und diesmal so viel gute, dass mir die Auswahl alles andere als leicht gefallen ist.

3.10. - 6.10., DO-SO, Waves Vienna Festival

Das dreitägige Waves Vienna Festival ist das größte Clubfestival in Österreich. Das Konzept ist recht einfach: in möglichst vielen Clubs rund um den Donaukanal, treten möglichst viele Bands mit unterschiedlichem Genre, Bekanntheitsgrad und Herkunftsland auf. Neben heimischen All-Stars wie The Beth Edges, Kreisky, M185, Olympique, The Who The What The Yeah und Velojet, locken etablierte Bands und Geheimtipps wie CSS, Kate Boy, Au Revoir Simone, Slut, Dream Koala, Mozes & The Firstborn, Roosevelt, Sin Fang, Múm und viele viele mehr! Dieses Jahr hat man verstärkt Künstler aus Belgien und Slowenien eingeladen, um deren heimische Musikszene vorzustellen. Charli XCX musste leider kurzfristig absagen.


8.10., DI, Editors, (Gasometer) 32€

Die Editors gehen nach 10-jährigem Bestehen, vier gelungenen Alben und zahlreichen Top-Ten Chartplatzierungen in ihrer Heimat England, mit ihrem umjubelten neuen Album auf Tour. Zum allerersten Mal habe ich sie damals am Frequency '09 gesehen und ich hätte mir kein besseres Wetter für diese Art von Musik wünschen können. Mit dem ersten Ton kamen die ersten Regentropfen, die sich zu der Stimme von Sänger Tom Smith durch den Nebel bohrten.
Ob sie ihre epische Klangwand auch im Gasometer hinbekommen wie sonst? Man darf auf alle Fälle gespannt sein.

Für Freunde von: Interpol, White Lies, The Cinematics


9.10., MI, Young Rebel Set, (Flex) 18€

Schlag auf Schlag gehts in den ersten zwei Oktoberwochen, ein gutes Konzert folgt dem nächsten. Da darf auch Young Rebel Set nicht fehlen. Die Jungs aus England die bei dem deutschen Label Grand Hotel Van Cleef (Thees Uhlmann, Olli Schulz, Kettcar) auf offene Arme und Ohren gestoßen sind, werden die meisten nur von ihrer Single "If I Was" ein Begriff sein. Aber die Folk-Rock-Truppe hat noch einiges mehr auf dem Kasten. Vor allem live zeigen sie was sie drauf haben, nicht umsonst war der Postbahnhof in Berlin im November 2011 mit 1.000 Leuten restlos ausverkauft.

Für Freunde von: Friska Viljor, Mumford & Sons, Trampled By Turtles

Dienstag, 1. Oktober 2013

Review: Is Tropical (Flex)



In weißen, sich überlappenden Lettern, die ein wenig an das Louis Vuitton Logo erinnern, steht "IST" auf den Flex-Fernsehern ganz hinten auf der Bühne. Unter einem massiven Intro schreiten die drei Jungs von Is Tropical, zwei mit Dosenbier, einer mit Drumsticks in den Händen, gemütlich zu ihren Plätzen. Mit 15 Minuten Verspätung startet das Mitternachtskonzert, sie sind also fast pünktlich. Nach einem kurzen Lob an das österreichische Bier und einem „Ever had one of these?“ ging es schon los mit einem förmlichen „Best Of“-Set ihrer zwei Alben. 

Faszinierend wie Bassist und Gitarrist nach fast jeder Nummer ein anderes Instrument in der Hand haben, untereinander tauschen und sowohl Synthesizer, als auch Gitarre, scheinbar gleichzeitig bedienen. Es fällt auf: Das ist alles von vorne bis hinten durchstrukturiert, Roadie unnötig. Mit „Leave The Party“, „Lover’s Cave“, „Cry“ und „Toulouse“ haben sie richtig aufgedreht und die Gassenhauer von Album Nummer 2: I’m Leaving zum Besten gegeben und bewiesen, warum sie so ein großer Geheimtipp sind und dass es um mehr als Hype geht. Für ihre Hitsingle „Dancing Anymore“ fischten sie noch zwei Mädchen aus dem Publikum, welche vorher fest versprechen mussten auch ja jede Textzeile zu wissen und schon setzte einer der schönsten Popsongs des Jahres, mit schön schiefen Höhen als Draufgabe, ein. Zuletzt zeigten Is Tropical noch schnell mit ihrer Elektrohymne „The Greeks“, warum die Anlage im Flex zu einer der besten Europas zählt. Druckvoll war der Sound schon vorher, aber mit diesem letzten Song bebte die Tanzfläche wie bei einem Erdbeben Stärke 7.