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Dienstag, 1. Oktober 2013

Review: Is Tropical (Flex)



In weißen, sich überlappenden Lettern, die ein wenig an das Louis Vuitton Logo erinnern, steht "IST" auf den Flex-Fernsehern ganz hinten auf der Bühne. Unter einem massiven Intro schreiten die drei Jungs von Is Tropical, zwei mit Dosenbier, einer mit Drumsticks in den Händen, gemütlich zu ihren Plätzen. Mit 15 Minuten Verspätung startet das Mitternachtskonzert, sie sind also fast pünktlich. Nach einem kurzen Lob an das österreichische Bier und einem „Ever had one of these?“ ging es schon los mit einem förmlichen „Best Of“-Set ihrer zwei Alben. 

Faszinierend wie Bassist und Gitarrist nach fast jeder Nummer ein anderes Instrument in der Hand haben, untereinander tauschen und sowohl Synthesizer, als auch Gitarre, scheinbar gleichzeitig bedienen. Es fällt auf: Das ist alles von vorne bis hinten durchstrukturiert, Roadie unnötig. Mit „Leave The Party“, „Lover’s Cave“, „Cry“ und „Toulouse“ haben sie richtig aufgedreht und die Gassenhauer von Album Nummer 2: I’m Leaving zum Besten gegeben und bewiesen, warum sie so ein großer Geheimtipp sind und dass es um mehr als Hype geht. Für ihre Hitsingle „Dancing Anymore“ fischten sie noch zwei Mädchen aus dem Publikum, welche vorher fest versprechen mussten auch ja jede Textzeile zu wissen und schon setzte einer der schönsten Popsongs des Jahres, mit schön schiefen Höhen als Draufgabe, ein. Zuletzt zeigten Is Tropical noch schnell mit ihrer Elektrohymne „The Greeks“, warum die Anlage im Flex zu einer der besten Europas zählt. Druckvoll war der Sound schon vorher, aber mit diesem letzten Song bebte die Tanzfläche wie bei einem Erdbeben Stärke 7.


Sonntag, 8. September 2013

Man Must Dance!-Veranstaltungstipps im September

Als ich mich letztens in meiner Lieblingsbar mit einem netten französischen Pärchen über Wien, Kunst, Charles Baudelaire und Musik unterhalten habe, wurde ich um ein paar Konzerttipps für die restlichen Septemberwochen gebeten. Diese bescheidene Liste ist dabei herausgekommen:


14.9., SA, Beach Fossils (Chelsea) 15€

Die 2009 in Brooklyn, ursprünglich als Solo-Projekt von Dustin Payseur, gegründete Band Beach Fossils ist vor allem für ihren atmosphärischen Lo-Fi-Sound bekannt. Das Debüt wurde von Payseur komplett in Eigenregie eingespielt und aufgenommen. Nachdem Beach Fossils bei Captured Tracks einen Vertrag erhielten, wurde aus dem Solo-Projekt eine Band. Am 14.9. sind sie live im Chelsea zu sehen.

Für Freunde von: Deerhunter, Wild Nothing, Pains Of Being Pure At Heart

20.9., FR, Is Tropical (Flex) 10€

Das Londoner Trio von Is Tropical kokettiert zu meist mit kontroversen Musikvideos, hätte das im Prinzip aber gar nicht nötig, denn ihre Songs sind schon eine Klasse für sich, da bleibt kein Fuß still stehen. Verfeinert wird der Abend vom blaublütigen DJ-DreamTeam Herzog von Wieden und Prinz von Gumpendorf.

Für Freunde von: Citizens!, Swim Deep, Crystal Fighters

23.9., MO, The Elwins (Rhiz) 10€


The Elwins habe ich euch schon einmal in der Rubrik "Song des Tages" vorgestellt. Die Band aus Ontario, die so überaus naturfröhlich ist, dass man gleich "BEACH BOYS!" aber "IN NEU!" schreit, die Anlage laut aufdreht und dazu im Zimmer herumwirbelt. Das Debüt Album der Kanadier, And I Thank You wurde von der Presse und der Musik liebenden Menschheit umarmt und ich brenne schon richtig darauf, sie endlich live zu erleben! 

Für Freunde von: Cayucos, Beach Boys, Beatles



30.9., MO,  Leslie Clio (WUK) 17,5€

Leslie Clio, Deutschlands bodenständigste Soul-Diva, besticht durch Feinfühligkeit, Retro-Charme und gutes Songwriting. Ihr Album Gladys erreichte Platz 11 der Album-Charts in Deutschland und wurde von Kritikern heftig gefeiert. In Interviews lässt sie lieber ihre Musik sprechen und verweist schlicht auf die goldenen Schlagerjahre und Künstler wie Heintje.

Für Freunde von: Amy Winehouse, Dusty Springfield, Duffy