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Donnerstag, 3. Oktober 2013

Man Must Dance!-Veranstaltungstipps im Oktober

Es gibt wieder einiges an Konzerten im Oktober und diesmal so viel gute, dass mir die Auswahl alles andere als leicht gefallen ist.

3.10. - 6.10., DO-SO, Waves Vienna Festival

Das dreitägige Waves Vienna Festival ist das größte Clubfestival in Österreich. Das Konzept ist recht einfach: in möglichst vielen Clubs rund um den Donaukanal, treten möglichst viele Bands mit unterschiedlichem Genre, Bekanntheitsgrad und Herkunftsland auf. Neben heimischen All-Stars wie The Beth Edges, Kreisky, M185, Olympique, The Who The What The Yeah und Velojet, locken etablierte Bands und Geheimtipps wie CSS, Kate Boy, Au Revoir Simone, Slut, Dream Koala, Mozes & The Firstborn, Roosevelt, Sin Fang, Múm und viele viele mehr! Dieses Jahr hat man verstärkt Künstler aus Belgien und Slowenien eingeladen, um deren heimische Musikszene vorzustellen. Charli XCX musste leider kurzfristig absagen.


8.10., DI, Editors, (Gasometer) 32€

Die Editors gehen nach 10-jährigem Bestehen, vier gelungenen Alben und zahlreichen Top-Ten Chartplatzierungen in ihrer Heimat England, mit ihrem umjubelten neuen Album auf Tour. Zum allerersten Mal habe ich sie damals am Frequency '09 gesehen und ich hätte mir kein besseres Wetter für diese Art von Musik wünschen können. Mit dem ersten Ton kamen die ersten Regentropfen, die sich zu der Stimme von Sänger Tom Smith durch den Nebel bohrten.
Ob sie ihre epische Klangwand auch im Gasometer hinbekommen wie sonst? Man darf auf alle Fälle gespannt sein.

Für Freunde von: Interpol, White Lies, The Cinematics


9.10., MI, Young Rebel Set, (Flex) 18€

Schlag auf Schlag gehts in den ersten zwei Oktoberwochen, ein gutes Konzert folgt dem nächsten. Da darf auch Young Rebel Set nicht fehlen. Die Jungs aus England die bei dem deutschen Label Grand Hotel Van Cleef (Thees Uhlmann, Olli Schulz, Kettcar) auf offene Arme und Ohren gestoßen sind, werden die meisten nur von ihrer Single "If I Was" ein Begriff sein. Aber die Folk-Rock-Truppe hat noch einiges mehr auf dem Kasten. Vor allem live zeigen sie was sie drauf haben, nicht umsonst war der Postbahnhof in Berlin im November 2011 mit 1.000 Leuten restlos ausverkauft.

Für Freunde von: Friska Viljor, Mumford & Sons, Trampled By Turtles

Samstag, 10. August 2013

Radar: Fenster

Ist es Zufall, wenn man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist? Ist eine Aneinanderreihung von Zufällen dann doch Schicksal? Im Falle der Berliner Band Fenster wohl eher ein glücklicher Zufall. Als die New Yorkerin JJ Weihl und der in Berlin geborene Jonathan Jarzyna im Winter 2010 beschließen, in einem Studio in Steglitz ein paar Songs aufzunehmen, waren sie vorher noch nie Live aufgetreten, geschweige denn hatten sie einen Bandnamen. Der ergibt sich auf äußerst ulkige Art und Weise: während den Aufnahme-Sessions, knallt Sängerin JJ ein Fenster an den Kopf und zerbricht über ihr. Scherben bringen bekanntermaßen Glück und nachdem man ohnehin gerade auf Namenssuche war, machte es durchaus Sinn, sich nach dem Verursacher von Schock und Schmerzen zu benennen. Die Frage nach Zufall oder Schicksal lasse ich jetzt lieber mal außen vor, wurde schon genug ausgereizt, bietet sich aber auch in diesem Fall an.

Bei den, vom griechischen Produzenten Tadklimp geleiteten Aufnahmen wurde ein ganzes Sammelsurium an Instrumenten und Effekten eingesetzt. Von Synthesizern, Banjo, Bass und allerhand Percussion (unter anderem auch Schaufeln), bis zu gefiltertem Gesang und Gitarren aus der Echokammer verwenden sie alles was ihnen unter die Nase kommt, um ihren Lo-Fi Pop erwartungsgemäß umzusetzen. Bei ihren Live-Auftritten sind sie dafür bekannt, viele Instumentenwechsel durchzuführen und ihre Synthesizer auf Bügelbrettern zu platzieren. Um trotzdem ein funktionierendes Live-Set zu garantieren, haben sie Rémi Letournelle, zuständig für Percussion und Schlagzeug, in die Band aufgenommen. Kurz darauf wurden sie vom Label Morr Music (Sin Fang, Múm, Telekinesis!) unter Vertrag genommen, haben sich nochmal für 8 Tage mit Tadklimp in ihrem Steglitzer Studio verkrochen und sind ihrem Konzept treu geblieben. Was bleibt, ist der 2012 erschienene Tonträger Bones, der mit bedachter Songzusammenstellung, melancholischen Texten für große Lieder (erste Single: "Oh Canyon") und verträumten Sound punktet.

Ohne Übertreibung möchte ich es in die Welt herausposaunen: Fenster sind der Soundtrack der Gegenwart und ich wünsche ihnen weiterhin nur das Beste!





Für Freunde von: Junip, New Found Land, Steve Smyth

Offizielle Homepage von Fenster