In Youth Lagoon hatte ich sehr große Hoffnungen gesteckt, leider haben sie ihr Konzert frühzeitig beendet. Schon beim Soundcheck hatte ich bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt und während dem Konzert ist Sänger und Mastermind Trevor Powers mitsamt seinen Wuschelhaaren zwischenzeitlich hinter einem vor ihm aufgebauten Verstärker verschwunden. Nach einem kurzen Plausch mit dem Schlagzeuger, stellte sich heraus, dass sie Krach mit dem Tontechniker hatten und deshalb das Konzert vorzeitig abbrechen mussten. Sie würden sich freuen unter besseren Umständen wieder im Lande aufzutreten
Die Überraschung des Tages lieferten The Eclectic Moniker aus Dänemark, die zum zweiten Mal in Österreich gastierten. Laut eigenen Angaben hatten sie nur eine Stunde geschlafen, weil sie am Vortag einen Mitternachtsgig in Kopenhagen spielen mussten. Dennoch hatten sie Energie ohne Ende, sprangen auf der Bühne auf und ab, badeten in der Menge und spielten ihren von Afro-Beat durchtriebenen Surf-Rock begeisternd begeistert. Man das Gefühl dort oben auf der Bühne herrscht ein geordnetes Chaos, wenn die beiden Schlagzeuger ihr Schlagzeug mitten unterm Lied wechseln und der Leadgitarrist mit einer Kamera bereit zum Stage-Diven macht. Mit ihnen kamen übrigens auch die ersten Sonnenstrahlen. "Die klingen ja ganz anders als auf Youtube!" und ein zustimmendes "Sind viel besser Live", waren die Kommentare zweier Mädls vor mir.
Ein wenig deplatziert wirkten Get Well Soon und auch soundtechnisch war ihr Konzert leider schlecht abgemischt. Sie nahmen´s gelassen und kündigten schon am Beginn an: "Was könnte solch einen schönen Samstagnachmittag mehr vermiesen? Aber wo Sonne ist, da ist auch Schatten...". Weiter ging´s mit Kate Nash, die mit ihrem neuen Album auf Riot-Grrl-Punk gekommen ist. Gemeinsam mit ihrer Mädchen-Band setzt sie sich für mehr Frauen im Musikbusiness ein und skandiert: "I want to see more female composers! We need more girls!" Stimmt ja auch.
Ein Best-Of-Set von Bloc Party zum Abschied? Gerüchte um die Trennung sind seit Juni, nach dem Ausstieg von Schlagzeuger Matt Tong im Umlauf und spiegelten sich auch in deren Konzert durchaus wieder. Die Setlist wurde geffühllos heruntergebrettert und die Gitarren waren kaum zu hören. Schade.
Dann spät abends noch die Arctic Monkeys als gestandener Headliner dieses großartigen Festivals. Hit für Hit geht es durch den Abend und es schleichen sich auch drei Titel ("Do I Wanna Know", "R U Mine?" und eine unveröffentlichte Nummer) des im Spetember erscheinenden fünften Albums in das Set ein. Jubelchöre bei alten Nummern wie "Dancing Shoes", "Flourescent Adolescent", "Mardy Bum" und "When The Sun Goes Down", sowie eine gesteckt volle Ottakringer Arena untermalen den Auftritt. Frontmann Alex Turner, mittlerweile zu einer Mischung aus Elvis und Liam Gallagher mutiert, gestikuliert und posiert fingerzeigend munter drauflos als wäre er ein Rock'n'Roller der alten Schule.
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